Künstlerinnengespräch am Sonntag, 19. Mai um 15 Uhr

Anne Schlöpke - mit Dingen reden

Liebe Kunstfreundinnen, liebe Kunstfreunde;

zu einem Künstlerinnengespräch am Sonntag, 19. Mai um 15 Uhr möchten wir Sie/Euch herzlich einladen.

Die ausstellende Künstlerin Anne Schlöpke wird vor Ort sein, um ihre Werke zu erläutern und freut sich, wie auch das GaDeWe-Team, auf anregende Kunst-Gespräche mit interessierten und neugierigen Galeriebesuchern/Galeriebesucherinnen. Für Tee, Kaffee und Gebäck wird, passend zur nachmittäglichen Stunde, selbstverständlich gesorgt sein.

Auf Ihr/Euer Kommen freut sich
Das GaDeWe-Team (und natürlich Anne Schlöpke)
Ausstellungsdauer: 27.04.2019 - 31.05.2019

Anne Schlöpke - mit Dingen reden

Komm,strick mit mir, sagt die Stricknadel im Alltag, komm, spiel mit mir, der Schaumstoffball. Bei Anne Schlöpke, in der Welt der Kunst statt der Welt des üblichen Tagein und Tagaus, ist das anders. Die Stricknadel erfüllt ihren Zweck nicht mehr, der Schaumstoffball auch nicht mehr.

Vor etwas über 150 Jahren schrieb Lautréamont über etwas Ähnliches, darüber, das seine Nähmaschine und ein Regenschirm auf einem Seziertisch sich treffen, ein äußerst ungewöhnliches Zusammentreffen, das die Surrealistinnen und Surrealisten später sehr schätzten.

Das Studio der Künstlerin ist, von ihrer Kollegin Marikke Heinz-Hoek in Anne S. empfiehlt (Porträt) 2009 filmisch dokumentiert, ein Studiolo im Geiste der Renaissance, dort wird die Antike die Moderne. Voller, wie es früher in Lateinisch hieß, „mirabilia“. Esist eine staunenswerte Wunderkammer von Dingen, genauer gesagt von Dingkombinationen, die einträchtig und zwieträchtig miteinander und gegeneinander Funken schlagen.

Seit 2014 macht Anne Schlöpke selektiv ihre Objekte und Texte öffentlich. Monat für Monat, unterbrochen von einigen wenigen kreativen Pausen, stellt sie Bilder ihrer dreidimensionalen Stillleben und zugehörige Sätze oder Worte von sich und anderen auf ihre Website und schickt sie an ihren Verteiler. Die Serie dieses Serienaussands, die dieses Buch dokumentiert, lautet wie dessen Titel: Objekt des Monats | Text des Monats.

Treffen Bild und Wort aufeinander, so schlägt es wieder um einträchtig zwieträchtig Funken, sowohl von Zeile zu Zeile als auch von Ding zu Ding. There is a crack in every thing / that’ show the light gets it. Ein künstlicher Vogel, eine Perücke, ersingt, aber es gibt kein Ohrenpaar, das ihn unter dem Kunsthaar mit seinem Singsang vernimmt (Scherzo). Fehlt wer? Wer? Wem war dieser Vogel, diese Perücke Eigen? Es gibt eine Leerstelle. Es ist der Mensch. Wir, die Betrachterinnen und Betrachter der Objekte, die Leserinnen und Leser der Texte. Unsere Aufgabe als Leerstelle ist die, den Sachen und Sätzen eine Aufgabe, einen Sinn, einen Zweck zuzuweisen, womöglich eine neue Aufgabe, einen neuen Sinn, einen neuen Zweck, ganz in dem Sinn des Duchamp’schen Fundstückes- oder der Assemblage, Bricolage und Montage. So gerät ein Taschentuch, also rotzig formuliert eine Rotzfahne, zu einer Plastik, als eine solche fotografiert (Kameliendame)–und eine dünne Folie, golden auf der einen und silbern auf der andern Seite, dazu eine brennende Kerze, zu einem mementomori, zu einem abgelichteten Stillleben einer oder eines vermeintlich Verblichenen. (Frank Laukötter, Textauszug aus dem Katalog: Objekte und Texte des Monats)

Die Fotografien unten zeigen:
panic later! 34teilige Wandinstallation (Objekte, Zeichnungen, Foto, Fundstücke, Ostfriesisches Landesmuseum Pelzerhäuser Emden 2013 im Rahmen von DISCOVER ME!

https://www.anneschloepke.de