Emotions, die Weihnachtsaussellung: 3.12.-17.12.2010

Emotions - die Weihnachtsausstellung

Die GaDeWe setzt die Tradition der ganz besonderen
Weihnachtsausstellungen fort:
auf Einladung der Künstlerinnen und Künstler der Galerie
präsentieren renommierte Bremer Kunstschaffende ihre
Werke zum Thema Emotions.
Den Gästen wird emotional anregende Kunst bis zu einer
Preis-Obergrenze von 300 Euro geboten, damit auch der/die Otto/Ottilie
Normalverbraucher/in unter dem Weihnachtsbaum echte Kunstwerke
legen kann!
Wer kann heute schon mit einmaligen, nicht industriell
hergestellten Geschenken aufwarten?

Bei Glühwein und Spekulatius erwartet das Team der GaDeWe
neugierige Besucherinnen und Besucher in ihren Räumlichkeiten
in der Reuterstraße 9-17 in Bremen -Walle.

Emotions bietet aktuelle Kunst zu erschwinglichen Preisen von folgenden
14 Künstlerinnen und Künstlern:
Thomas Behling, Mechtild Böger, Kirsten Brünjes, Werner Kuhrmann,
Robert van de Laar, Erika Plamann, Ulrich Precht, Heiner Preißing,
Edith Pundt, Tim Reinecke, Andre´ Sassenroth, Isabel Valecka,
Annette Venzlaff und Michael Wendt

Zum Fest die Ausstellung - Emotions!

Die Eröffnung der Ausstellung ist am Freitag den 3.12. 2010
um 20 Uhr.

Vom 3. bis zum 17. 12.2010 - Emotions!



BINÄR, Johann Büsen & Tom Gefken in der GaDeWe, 29.10. - 26.11.2010

Künstler: Tom Gefken und Johann Büsen

Ausstellungstitel: BINÄR

Ausstellungseröffnung: Freitag, 29. Oktober 2010, 20 Uhr

Ausstellungsdauer: 29. Oktober - 26. November 2010

Aus dem Bilderfundus unserer Kultur schöpft Johann Büsen das Material für anspielungsreiche Vorlagen, die er am Computer verarbeitet und im Rahmen des gemeinsamen Ausstellungsprojektes Tom Gefken zur Fortführung und Neu Interpretation übergibt.
Tom Gefkens Malerei ist in radikaler Weise an der Gegenwart interessiert – und dabei ist mit Blick auf die geheimnisvollen Wege der Individuation die Gegenwart des Vergangenen ebenso präsent und bestimmend wie das Hier und Jetzt. So findet man Figuren, die, losgelöst aus ihrer Umgebung, im fragmentarischen Moment das Leben als Wechselspiel zwischen Hoffnung und Verzweiflung beschreiben.
Johann Büsen arbeitet wie ein visueller DJ, der uns aus einem unüberschaubaren Angebot, spielerisch in Form, als Patchwork von Fotografie und Filmzitat, Schrift und Bild, Farbe und Ornament mischt, was stimmig ist, dabei thematisiert Büsen menschliche Umgangsformen, ebenso wie Gewalt, Religion, Politik und Zeitgeist.
Durch ihre Zusammenarbeit findet ein spannendes Spiel zwischen den Inhalten, Medien und Generationen statt. Die digitalisierte Technik von Johann Büsen findet einen fließenden Übergang in die analoge Welt der Malerei von Tom Gefken. Es entstehen immer neue Variationen von Gegenüberstellung, Überlagerung, Zufall, Interferenz und Fragmentierung, die zu einem regelrechten Panoptikum werden. Durch die ironische Verfremdung schaffen sie provozierend rätselhafte und düstere Szenarien, die Standpunkte und Positionen ebenso in Frage stellen, wie sie mit der Fantasie und der Erinnerung des Betrachters spielen.



Ausstellung in der GaDeWe der Klasse J.-F. Guiton, 10.9. - 8.10.2010


In der Galerie des Westens – GaDeWe – stellen fünfzehn junge KünstlerInnen der Hochschule für Künste Bremen ihre aktuellen Arbeiten aus, wobei die Ausstellung in einem zweigeteilten Zeitraum vom 10. - 24. September und vom 29. September - 8. Oktober 2010 stattfindet. Die jungen KünstlerInnen gehören alle zu der Klasse des Videokünstlers J.-F. Guiton. Obwohl der Schwerpunkt der Klasse im Bereich der neuen medialen Kunst liegt, sind auch ganz andere Kunstarten vertreten. Nur knapp die Hälfte der StudentInnen arbeitet direkt im Bereich der Video- oder medialen Kunst. Malerei, Fotographie, Zeichnungen, Videokunst, Animationsfilme, Computer- und interaktive Installationen sind ebenso vertreten, womit eine sehr weite Bandbreite von künstlerischen Ansätzen besteht. Sie lässt zunächst keine Einheitlichkeit in Bezug auf die Wahl des künstlerischen Mediums erkennen. Auch die Thematiken sind sehr unterschiedlich. Wenn es ein Merkmal dieser Klasse gibt, so ist es die Heterogenität der Ansätze. Diese Vielfältigkeit ermöglicht es dem Besucher ein breites Spektrum von Ausdrucksmöglichkeiten und Stilrichtung der aktuellen jungen Kunst in der Ausstellung zu begegnen.Daniel Neubacher etwa stellt eine interaktive Soundinstallation aus, in der drei weiße Platten durch den Körperschall der Ausstellungsbesucher in Schwingungen gebracht werden und unterschiedliche Dialoge in Gang setzten. Barbara Dévény hat ein Video gemacht, in dem zwei Personen einen Dialog führen. Zudem stellt sie Fotoarbeiten aus. Zsófia Hargita präsentiert ein Animationsfilm. Min Jung Kang stellt eine Installation von Video und Bildern aus, bei der es um Berührung und Intimität geht. Franziska Keller präsentiert Zeichnungen von Haaren, die in der Konzentration auf das Motiv ganz unterschiedliche Assoziationen erzeugen. In Katherina Kreuzkamps Arbeit geht es um das Verhältnis von Abbildung und Fiktion im Medium Fotographie. Was ist die Wirklichkeit (in) der Fotographie? Rebecca Llanos-Farfán zeigt eine Videoinstallation. Janis Müller inszeniert den Tod einer Kamera. Die Zerstörung der Kamera wird aufgenommen und dem Besucher anhand einer Videoaufnahme gezeigt. Die Dauer der Videoaufnahme verlängert die Erinnerung an die Zerstörung. Lu Nguyen stellt zwei unterschiedliche Videoinstallationen aus, die jeweils in einem Eigenporträt das Fönen der Haare und das Schminken des Gesichts zeigen. Nhu Nguyen erzeugt in ihrer Videoinstallation ein Spannungsspiel zwischen Ruhe und Nervösität. Ruhe und Unruhe werden in einer Oszillation zwischen den Monitoren zum Thema und inszeniert. Zudem zeigt sie Fotoarbeiten. Miae Son arbeitet mit einer Videoprojektion, bei der zwei verfremdete Körperhälften übereinander liegen. Durch die Bewegung der Atmung entsteht ein Wechselspiel von Nähe, Berührung und Distanz zwischen den Körperhälften. Felix Thiele präsentiert zwei Installationen. Bei der ersten Installation kommen Äste aus der Wand. Durch die Fragilität der Äste wird die Wahrnehmung der Wand in ihrer Unerschütterlichkeit in Frage gestellt. In einer zweite Videoinstallation wird eine quasi interaktive Einflussnahme auf den Videoverlauf möglich. Jaeyeon Yoon präsentiert Fotographien. Mit dem starren Medium der Fotographie, das den Augenblick verewigt, wird die Bewegung einer Katze beobachtet. Z. Schmidt zeigt eine Videoinstallation, in der es um die Innerlichkeit einer Person in einem Raum geht. Raum in Raum, Außen und Innen werden thematisiert. Annika Wiese ist Malerin. Sie zeigt verschiedene Bilder, die einen ganz eigenen Stil der Figuralität entwickeln.Es fällt auf, dass die KünstlerInnen sich in ihrer Heterogenität sehr mit dem künstlerischen Medium ihrer Wahl und seinen Ausdrucksmöglichkeiten auseinandersetzen. Es scheint eine Suche nach Möglichkeiten des Ausdrucks und der künstlerischen Artikulation zu geben. Als ob eine Frage an die Kunst selbst gerichtet wird. Dabei zielt die Frage nicht primär auf ein rein intellektuelles Verständnis. Sondern sie markiert die Suche nach einer Begegnung mit dem Sehen, dem Hören, dem Spüren, dem Berühren, der Nähe und der Intimität. Das ist vielleicht das Gemeinsame dieser Klasse: die Heterogenität, die eine Suche kennzeichnet, durch einen künstlerischen Entwurf Sinnlichkeit und Spüren zum Ausdruck zu bringen.
Kai Hochscheid

Vernissagen:
Freitag 10.09.2010 um 20 Uhr
mit Lu Nguyen, Annika Wiese, Daniel Neubacher, Z.Schmidt, Katharina Kreutzkamp, Janis Elias Müller und Miae Son

Mittwoch 29.09.2010 um 20 Uhr
mit Barbara Deveny, Jayeon Yoon, Felix Thiele, Llanos-Farfan, Min Jung Kang, Nhu Nguyen Franziska Keller und Zsofia Hargita
Ausstellungsdauer:
10. - 24.09.2010 und 29.09. - 8.10.2010

http://www.gadewe.de
www.zeitmedien.de



HOMEBASE, Alpineum in der GaDeWe, 6.8. - 3.9.2010

Vermummt mit orange leuchtenden Wollmützen agiert die Gruppe SPAMAM als anonyme Gruppe. Sie bricht in Alltagssituationen ein. Ihre markierte Präsenz provoziert unscharfe Bildphantasien zwischen illegalen (Umwelt)Aktionen und fernen Comicstreifen.
Dabei verbirgt sich hinter dem Namen SPAMAM die ungewöhnlich gewöhnliche Familienbande mit Stephan Wittmer (S), Pat Treyer (P), Amayi Wittmer (A), Maura Wittmer (M), Attila Wittmer (A) und Mahtola Wittmer (M).
Für die mehrteilige Photoarbeit SPAMAM_HOMEBASE, welche im Frühling dieses Jahres entstand, dient ein gigantisches Sägewerk als beeindruckende Kulisse. In den nassen und überwucherten Bunkern, zwischen stillgelegten Maschinen und rohen Baumstämmen erzeugen die Bilder eine existenzielle Magie. Die orangefarbenen Balaklavas wirken gespenstisch und verwandeln die Umgebung in eine dramaturgisch erhöhte Bildlandschaft. Die Wahrnehmung beginnt sich zu verschieben und forscht in der eigenen Erinnerung nach einer persönlichen Geschichte. Die offen angelegten Handlungsräume von SPAMAM werden zur ultimativen Bühne des Betrachters.
In der Ausstellung wird der Geschmack nach frisch gesägtem Holz aufgegriffen. Sägemehl und ein langer, provisorisch angelegter Steg aus groben Brettern verbindet die photographische Inszenierung mit dem Galerieraum. Da eröffnet selbst ein kleiner Schritt neue Welten und ein flüchtiges Geländer bietet Halt vor ungeahnten Tiefen.
Im Kabinett zeigt die GaDeWe Arbeiten von René Odermatt. Seine dreiteilige Arbeit "Adler", "Bär" und "Gämse" ist ein hintergründiges Spiel mit den Fragen von Präsentation, Repräsentation und Inszenierung. Dabei macht er sich zunutze, dass er vor der Kunstausbildung das traditionelle Handwerk der Holzschnitzerei erlernte.
Der überlieferten Weise folgend, wie Wildtiere in verkleinert Nachbildung in Holz dargestellt werden sollen, beginnt er, einen Sockel zu schnitzen, ohne das zu zeigende Objekt hinzuzufügen.
Jedoch sind die bereits angelegten Indizien, wie Gesteinsform, der Pflanzenbewuchs und die Art der Oberflächenbeschaffung derart anschaulich, dass die Betrachter das Fehlende im Geiste eindeutig rekonstruieren können. Somit ist im Fundament schon angelegt, welchen Standpunkt die Kreatur darüber einzunehmen hat.
Durch das Weglassen des Gegenstandes jedoch gerät der Geist in Unruhe und der Sockel selber fällt in den Fokus des Auges.
Die hergebrachte Darstellung von Natur mag begeistern: mit wenigen geübten Schnitten werden Pflanzen dargestellt, und in geradezu verblüffender Potenz dessen, wird aus dem Holz ein Fels geschnitten, welchen man trotz dem holzspezifischen Riss immer noch zweifelsfrei dem Steinreich zuordnen möchte.
Der Sockel, dessen Funktion ihm ein unterstützenden Dasein zuweist, hat sich emanzipert: den Gestus das über ihm tronende in höhere Sphären zu heben, behält er bei. Doch das mit der Leerstelle entstehende Vakuum öffnet neue Räume und verweist zugleich auf den Sockel selbst.

Die Ausstellung ist Teil des Austausches zwischen den Produzentengalerien GaDeWe (Bremen) und Alpineum (Luzern)


HOMEBASE
Eröffnung: Freitag den 6. August, 20 Uhr
Laufzeit: 6. August - 3. September



Mechtild Böger - Zeichnungen, 28.5. - 18.6.2010

Mechtild Böger - Zeichnungen

In dieser Ausstellung konzentriert sich Mechtild Böger in erster Linie auf
die klassische Zeichnung mit monochromen Figuren auf weißem Papier.
Mit Feder oder feinem Pinsel zeigt uns die
Künstlerin ihre beeindruckenden Fertigkeiten auf diesem Gebiet.

Ob einzelne Figuren im Raum oder Figurengruppen in der Interaktion,
immer erschafft Mechtild Böger kleine Geschichten und Arrangements,
die uns Betrachter Vergnügen bereiten oder uns zum Weiterdenken der
angefangenen, auf Papier präsentierten, Story zu ermutigen.

Wie kommt der kleine Hund auf den Kopf der alten Dame?
Ist das Reh ein Reh oder vielleicht eine Mischwesen mit Attributen,
die sonst verschiedenen, uns liebgewordenen, tierischen Begleitern zugeschrieben werden?

Da stemmt sich eine Frau und ihr treuer zotteliger Gefährte gegen einen Sturm auf dem Blatt Papier, dass Mechtild Böger uns präsentiert:


die Figuren sind in intensiver, roter Tinte gezeichnet, der flatternde Schal der Frau sagt uns “es ist Kalt”
aber die rote Farbe lässt uns doch Wärme verspüren? Wir sind verwirrt!

Wieder eine Geschichte über die wir noch nachdenken müssen - eine von Vielen, die uns die Künstlerin ab dem 28. Mai in der Galerie des Westens zeigen wird und auf die wir uns freuen können.

Walter Maria Korn


Ausstellungseröffnung: 28.5.2010 um 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 28.5.2010 bis 18.6.2010
GaDeWe - Reuterstraße 9-17, 28217 Bremen
gadewe@ewetel.net
www.gadewe.de



Christian Holtmann - Bad Bank, 9.4.-14.5.2010

BAD BANK - Christian Holtmann in der GaDeWe

Holtmanns Thema sind die medialen Bilder, die uns alle umgeben und auf uns eindringen. Er malt sie ab, ganz klassisch mit Ölfarbe in zum Teil ganz kleinen Formaten. Privates ist dabei, Szenen aus dem Sport, wie aus Krimis, aus bekannten Filmen oder aus den Promi-Gazetten. Wir alle kennen solche Bilder. Sie gehören zum kollektiven Erinnerungsschatz einer Generation, deren Verständnis von Wirklichkeit entscheidend von den Medien geprägt ist. Überspitzt könnte man sagen, nur wovon es ein Bild gibt, hat existiert und existiert vielleicht noch. Malend eignet sich Holtmann Bruchstücke dieser medialen Bilderflut an. Diesem ständigen Strom vorgefertigter Illustrationen, der vor allem passive Konsumenten hervorbringt, setzt der Künstler dabei etwas Handgemachtes und Eigenes entgegen. Nur ein gemaltes Bild muss in allen seinen Teilen immer erst selbst hergestellt werden. Ein sehr persönlicher Bilderschatz ist so entstanden, dessen Motive uns jedoch durchaus vertraut sind.

Während die Medien ständig „Zeitgenössisches“, „Aktuelles“ produzieren, können die von Christian Holtmann in seinen Bilderschatz verwandelten Motive ruhig schon ein wenig Erinnerung, historisch sein. Das Aktuelle verblasst schnell, wird geschichtenlos, wertlos, „Bildmüll“. In den Malereien des Künstlers wird dieses Zeitgenössische aufgehoben zu etwas Dauerhaftem, zur Faszination eines Bildes ohne Nachricht und ohne Botschaft. Denn die medialen Bilder müssen dienen. Sie haben keinen Selbstzweck, sondern haben möglichst effektiv ein Anderes zu illustrieren. Indem Christian Holtmann einige davon in seine Kunst hineinreißt, gibt er ihnen etwas Persönliches wieder, das in nichts anderes als seiner eigenen Persönlichkeit und seiner Art und Weise besteht, die Dinge malend zu sehen.

Daniel Spanke

Ausstellungseröffnung: Freitag 9.4.2010 um 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 9.4. - 14.5.2010



Andreas Bohnhoff - Kein schöner Land


“Kein schöner Land” - Fotografien von Andreas Bohnhoff

Ausstellungseröffnung: Freitag der 5.3.2010 um 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 5.3.2010 - 1.4.2010

Die GaDeWe freut sich sehr den renommierten Bremer Fotografen Andreas Bohnhoff
in ihren Räumlichkeiten auszustellen.

“Kein schöner Land” heißt die aktuelle Ausstellung, die am kommenden Freitag eröffnet wird.
Gezeigt werden neue und auch ältere Schwarz/Weiß Fotografien, die Bohnhoffs
exzellente inszenierte Fotokunst unter Beweis stellen.
Der Künstler ist hier Fotograf aber auch Modell, wenn er sich ,wie in dem Werk
“Entwicklungshilfe”, am heimischen Holz- und Fabrikenhafen selbst inszeniert.

Das Thema Hafen und Maritimes sind neben den Portraits seit jeher Bohnhoffs
Hauptthemen.

Wir können uns auf erzählerische Themen und ungewöhnliche
Arrangements freuen, die uns noch lange im Gedächtnis bleiben werden.

Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag dem 5.März um 20 Uhr, die Präsentation
ist dann zu den Galerieöffnungszeiten bis Gründonnerstag dem 1. April in der GaDeWe
zu sehen.

Michael Wendt, (GaDeWe)



Reinhard Osiander - Vorhang Rosa, 29.1.2010-26.2.2010

Vorhang (rosa)- Reinhard Osiander
Holzskulpturen
GaDeWe - Galerie des Westens, 29. Januar bis 26. Februar 2010

Eine typische Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Tochter und Sohn steht wie erstarrt vor Haustier, Ball und Spielzeugauto, die Gesichter seltsam ausdruckslos. Reinhard Osianders lebensgroße Gruppen aus Holz erzeugen auf den ersten Blick Distanz. Die Körper sind stets grob behauen und bemalt; Bearbeitungsspuren, Aufbau und Entstehungsprozess der Arbeiten aus mächtigen Baumstämmen bleiben deutlich erkennbar. Im Gegensatz dazu stehen die feiner gearbeiteten, detaillierten Gesichter. Aus dieser Gegenüberstellung verschiedener Annäherungsweisen an das Material ziehen die Figuren eine besondere Stärke, sodass die Protagonisten trotz der klobigen Körper Würde und Integrität vermitteln. Kommunikation untereinander findet jedoch nicht statt. Starr und geradeaus blicken die ebenmäßig formulierten Gesichter. Eng beieinanderstehend findet keine Berührung, keine Geste der Zuneigung oder des Erkennens statt. Ein Familienidyll in Erstarrung.

In den neuen Arbeiten Osianders rücken nun einzelne Akteure und Szenen in den Vordergrund. Seine bekannten, bühnenähnlichen Arrangements der Gruppen werden nun zur offenen Szene. Die frühere fröhliche Farbigkeit ist darüber hinaus einem reduzierten Umgang mit nur wenigen Setzungen gewichen. So sitzt ein Junge vor grüner Teppichlandschaft, seine Spielzeugautos zur wilden Gebirgsrallye arrangiert. Ebenfalls völlig ohne schützendem Raum präsentiert sich eine Mutter mit Säugling auf dem Arm. Weitere Arbeiten kommen nun ohne menschliche Akteure aus und konzentrieren sich stattdessen auf heimische Interieurs.

Angela Piplak