Gut und Gerne, die Weihnachtsausstellung

Gut und Gerne

Nach einer Pause nimmt die GaDeWe eine alte Tradition des Hauses wieder auf,
die Weihnachtsausstellung!
Hier und heute haben die Künstler*innen der GaDeWe ihre Kolleg*innen
zur „Gut und Gerne“ Schau eingeladen. 16 Positionen aktueller- und wieder-
entdeckter älterer Werke, können in den historisch wertvollen Räumlichkeiten
der 31 Jahre alten Galerie des Westens besichtigt und auch erworben werden.

Wer vorweihnachtlich inspirierte, seichte Kunst erwartet, wird bei dieser
Ausstellung allerdings nicht bedient werden. Den Besucher*innen wird
zeitgenössische, anspruchsvolle Kunst präsentiert - ganz im Sinne der GaDeWe Tradition.

Auf ein volles Haus und auf Glühwein und Gebäck freuen sich die Mitwirkenden und
das Organisationsteam.
Alle kunstinteressierten Menschen sind herzlich eingeladen, bis zum 13.01.2017
die Ausstellung zu besuchen.

Gut und Gerne – die Weihnachtsausstellung der GaDeWe
Öffnungszeiten: Mittwoch und Freitag 15-19 Uhr, Donnerstag 15-21 Uhr
(In der Woche zwischen Weihnachten und Neujahr ist die Galerie geschlossen!)

Vernissage am Freitag dem 18.11.2016 um 20 Uhr.
Ausstellungdauer 18.11.2016 – 13.01.2017

Gut und Gerne
Malerei, Zeichnung, Objektkunst, Plastiken,
Fotografie und Überraschungen!


Mitwirkende sind die Künstlerinnen und Künstler der Galerie sowie deren Gäste:
(Alphabethische Reihenfolge)

Thomas Behling
Benjamin Beßlich
Mechtild Böger
Tom Gefken
Theresia Gerding
Werner Kuhrmann
Amir Omerovic
Erika Plamann
Ulrich Precht
Heiner Preissing
Piotr Rambowski
Margaret Rapuano
Andre´ Sassenroth
Anne Schlöpke
Isabel Valecka
Michael Wendt

Abbildung: Tom Gefken, Bildtitel: „Thrill is gone“, Mischtechnik auf Holz, 155 x 105 x 11.5 cm, 2015 5700 .-€



KONVERS – Inger Seemann in der GaDeWe

Vernissage am 16.09.2016
Ausstellungsdauer 16.09.2016 - 28.10.2016

Die Bremer Grafikerin Inger Seemann zeigt in dieser Ausstellung ein Spektrum an grafischen Arbeiten, die auf unterschiedlichen Drucktechniken basieren. Einerseits werden traditionelle Druckverfahren eingesetzt und zum anderen entstehen Kombinationen von experimentellen Druckabfolgen. Großformatige Holzschnitte, im Verfahren des traditionellen Weißlinienschnitt gedruckt, thematisieren Zeichen, Symbole und diagrammartige Gebilde. Die lineare Darstellungsform erfährt in ihrer Abstraktion eine Reduktion, die dem Minimalismus entgegenkommt. In der Serie REM wird eine visuelle Umsetzung der Augenbewegungen dargestellt, wie sie unter dem Begriff Rapid Eye Movement verstanden wird. Diese Form der Interpretation von zeitlichen und logistischen Abläufen ist das Thema, dem sich Inger Seemann in einigen Arbeiten widmet. Im Gegensatz dazu stehen die großformatigen Linolschnitte, die durch ihre Farb- und Formkompositionen versuchen, Kräfteverhältnisse auszuloten. In einem weiteren Druckverfahren werden Stahldrucke gezeigt, deren Druckplatten mit verschiedenen Metallwerkzeugen bearbeitet wurden. Ihre Farbigkeit ist auf einen S/W Kontrast reduziert. Diese Drucke lassen in ihrer abstrakten Darstellungsweise konstruktivistische Anteile erkennen. Allen Drucken gemein ist die klare, vereinfachte, reduzierte Darstellungsweise.

Abbildung: Pars I+II, Diptychon, Holzschnitt, 2016



Lena Oehmsen – taken

Ausstellungseröffnung: 12.8.2016, 20.00 Uhr

Ausstellungsdauer: 13.8.- 9.9.2016


Die Hamburger Künstlerin Lena Oehmsen beschäftigt sich mit Transformationsprozessen und setzt diese als künstlerische Strategien ein, um Mechanismen, aber auch Widersprüchlichkeiten und Eigentümlichkeiten der digitalen Medien herauszuarbeiten. In ihren Präsentationen erzeugt sie dabei gezielt Brüche durch den Einsatz analoger Mittel und Arbeitsschritte.
Damit entschleunigt sie die untersuchten Medien und ermöglicht so einen anderen Blickwinkel, nicht nur auf die digitale Welt. Für die Ausstellung in der Bremer Galerie des Westens (GaDeWe) hat sich Lena Oehmsen mit Präsentationsformen und Begrenzungen von Fotografien auseinandergesetzt.

Fotografien zeigen immer nur einen Ausschnitt. Schon in der Auswahl des Motivs und der Entscheidung bestimmte Details wegzulassen und andere in den Fokus zu rücken, bestimmen Fotograf_innen - ob unbewusst oder bewusst - nicht nur, was zu sehen ist, sondern auch die zukünftige Interpretation des Fotos bereits mit. Dieser simplen Erkenntnis des Ausschnitthaften, die häufig hinter dem „Wahrheitsgehalt“, der Bildern gemeinhin eingeräumt wird, zurücktritt setzt Lena Oehmsen z. B. eine Serie entgegen, die scheinbar nur aus Auslassungen besteht und die sich damit gänzlich vom Inhalt löst.

Für diese hat die Künstlerin aus der Zeitschrift „Photonews“ sämtliche Text- und Bildelemente entfernt, die Zeitung wieder zusammengefügt und nun ein Rahmen geschaffen, indem die Auslassungen zu einem konstruktivistischen Experiment werden.
Eine Arbeit, die in der GaDeWe zu sehen sein wird, fokussiert den Bildrand, also „die entscheidende Linie, die bestimmt was innen und was außen ist“ und damit das Bild formt, wie es der Kunsttheoretiker John Szarkowski in seinem Aufsatz "the Photographers Eye" formuliert.



Raumprothese

„Raumprothese“
Die GaDeWe zeigt im Mai eine Gruppe von Künstlern, deren Ausstellung in Anbetracht ihrer unterschiedlichen Arbeitsweisen ein Laboratorium erwarten lässt. Die Teilnehmer entwickeln ihre Ideen aus situativen und sozialen Kontexten, weniger aus gesichertem Wissen und eingeübten Handlungen.
Vanya Balogh zeigte in Venedig eine Großbildprojektion einer toten Taube, die von einer Möwe gefressen wird. Unappetitlich, aber für Venedig nichts Ungewöhnliches. Die Vergrößerung und ständige Wiederholung des Videos verleitet den Betrachter dazu, das Gesehene in einen humanitären Zusammenhang zu bringen. Vielleicht ist diese symbolische Deutung auch nur bildungsbürgerlicher Selbstschutz, um das Bild von einer friedvollen Natur aufrecht zu erhalten?
Unmittelbaren Schutz suchen Geflüchtete, welchen Herwig Gillerke begegnet ist. In einem Projekt setzte er sich mit der drastischen Lage, sowie den Erlebnissen Flüchtender auseinander, die in der aktuellen politischen Diskussion weder erwähnt werden noch spürbar sind.
Fremdsein ist auch bei Tomaž Kramberger ein Thema, als er mit Aldo Giannotti als Straßenmusiker in London österreichische Popsongs anstimmte. Diese Idee entstand auf die Einladung des Austrian Cultural Forum hin, dass die österreichische Kultur in Großbritannien vermitteln soll, dabei aber den Austro-Pop vergaß.
Robert Bartas Arbeiten erschweren durch ihre Absurdität das ritualisierte Betrachten: Ein mannshoher Kaktus schwingt in endloser Manier einen Hula-Hoop-Reifen, eine Fläche aus kleinen Metallkugeln macht den Ausstellungsbesuch zur Rutschpartie.
Vermeintlich vertrauter wird es bei den Bildobjekten von Thomas Behling. Das Zusammenspiel trivialer Gegenstände, tradierter Bildmotive, Übermalungen und technischer Eingriffe ist so überzeugend arrangiert, dass oft erst im Nachhinein klar wird, wie perfide der Schein sein kann. Behling macht den Betrachter zum Komplizen, der auf der Flucht gefasst wird.
Text: Tomaž Kramberger
Vernissage am Freitag dem 20.5.2016 um 20 Uhr
Ausstellungsdauer 21.05.2016 – 24.06.2016



53°5´47“N / 8°47´19“E light_process


53°5´47“N / 8°47´19“E light_process

Die Bremer Künstlerin Annemarie Strümpfler nutzt auf immer neue Weise das älteste und schlichteste fotografische Verfahren der Camera Obscura. Licht - gebündelt durch eine kleine Blendenöffnung - projiziert den Außenraum in das Innere der Camera Obscura und verortet damit auf ungewöhnliche Art die Galerie des Westens in der Reuterstraße in Bremen-Walle.
Gegenüber der heutigen schnell greifbaren, digitalen fotografischen Technologie steht die Lochkamera für Entschleunigung und ermöglicht der Künstlerin, die mit dem Verfahren verbundenen Prozesse – auch Zufallsphänomene - sichtbar zu machen.
Hierfür verwendet sie unterschiedliche Kameraformate:
Zum einen funktionierte sie das Kabinett der Galerie selbst um zu einer Kamera, welche auch während der Ausstellungszeiten begehbar ist.
Außerdem installierte sie im Umfeld der Galerie 10 selbst gebaute Lochkameras, um während der Wintermonate die Sonnenbahnen über Dachfirsten aus unterschiedlichem Blickwinkel aufzuzeichnen.
Dabei ist für die Künstlerin die Camera Obscura mehr als nur ein technisch-physikalisches Medium, das Lichtprojektionen ermöglicht, sondern -wie vor Ort geschehen - die Kamera selbst wird zu einem subversiven Element in der öffentlichen Wahrnehmung, das in der heutigen Zeit für Irritation sorgt.
Dr. Frank Laukötter

Vernissage am 8.4.2016 um 20 Uhr
Ausstellungsdauer: 09.04.2016 – 13.05.2016

Abbildung: 53°5´47“N / 8°47´19“E Orbit 1/29.10. - 20.12.2015



Heiner Preißng in der GaDeWe

Einführende Worte zur Ausstellung von Heiner Preißing 2016 in der GaDeWe, von Mechtild Böger
Wir würdigen mit dieser Einzelausstellung unseren guten Freund und Kollegen,
Heiner Preißing der 2010 nach schwerer Krankheit verstorben ist. Seine letzte Einzelausstellung in der Galerie des Westens hatte er 2004. Umso mehr freuen wir uns, ihnen Heiner Preißings Werke nach doch inzwischen12 Jahren präsentieren zu können.
Als ich damals Heiner fragte was er mit seinen Bildern sagen will, blieben seine Worte verhalten. Eigentlich kein Wunder, wenn man ehrlich ist, denn seine Bilder ziehen den Betrachter mit einer Hauptszene in ihren Bann und eröffnen dann nach und nach verschiedenste Erzählstränge durch Perspektive, genauso wie durch übereinander schieben von Szenarien, - vielfältig ergänzt durch Details, die wie Kommentare eingeflochten sind. Man wird schnell der Illusion beraubt mit wenigen Blicken die Hauptaussage eines Bildes entschlüsseln zu können. Weil man visuell in einem dicht gewobenes Netz gefangen wird.
Schauen wir auf das Bild oT. (Tänzerinnen)
Arme, Körper, Bewegungen, junge Männer und Frauen - Ein Gesicht strahlt besonders heraus, geradezu im Lichtkegel, eine Hand fängt unseren Blick zwischen den Fingern Steine wie Tennisbälle, wurfbereit, um den Gegner, den wir nicht sehen, zu treffen. Hinter und neben ihm stapeln sich die jungen Gesichter und Körper zu einer Meute.
Eine genau durch gedachte - planvoll angelegte Komposition von Körpern. Ineinander verwoben. Bewegungen vorne gehören zu Körpern im Hintergrund und umgekehrt. Das Faszinierendste ist, Heiner Preißing führt uns in die unterschiedlichsten Erzählebenen und zwingt uns Blickprioritäten auf um diese gleich wieder in Frage zustellt.
Vielleicht kann ich es an zwei Beispielen verdeutlichen.
Erstens es gibt die Steinewerfer, die nebenbei gesagt: sehr an jungen Männer im Gazastreifen erinnern, die ihren Wiederstand mit Wurfgeschossen gegen israelische Soldaten, schon zu einer rituellen Handlung machen.
Die zweite Gruppe sind „Die Tänzerinnen“.
Ganz rechts auf dem Bild sind zwei Figuren einander nicht nur zugewandt - Sie berühren einander. Der Rücken gehört offensichtlich zu einer Frau. Der Mann hinter ihr, scheint sie schützend zu halten. Im Oberkörper ist sie etwas zusammen gekrümmt, die rechte Hand des Mannes liegt auf ihrer linken Schulter. Es ist wie eine Umarmung. Schaut man aber nach unten zu den Beinen ist ersichtlich, das hier tatsächlich zwei unterschiedliche Welten ineinandergeschoben wurden.
Am deutlichsten wurde mir, seine genau erdachte Verknüpfung zweier Szenen an der zuvor beschriebenen Einstiegsfigur.
Lässt man den Blick bei dem Steinewerfer nach unten gleiten und sucht den Körperaufbau des Werfers erlebt man eine Überraschung, das rechte Bein ist gekleidet, wie das einer Ballerina mit „Legwarmers“. Somit sucht man zu dem falschen Bein den richtigen Körper. Ich habe erst danach gesehen, das nicht nur drei Frauen auf den Bild sind, sondern mindestens vier.
Aber warum die Verschmelzung zweier Körper aus so unterschiedlichen Kulturen. Für mich verbindet Heiner Preißing, dadurch die Thematik des Tanzes der Hochkultur mit den Steinewerfern und ihrem neuen Tanz um den Kampf für eine eigene Kultur.

Zu einem anderen Bild – der Titel „Unterwegs“
Auf den ersten Blick eine Fahrradfahrerszene - Drei Personen auf einem Fahrrad mit einem Hund in ihrem Gefolge–
Während ich mir bei dem gerade gesehenen Bild sicher war, wodurch mein Blick als erstes gefangen wurde, ist es hier schwieriger. Vielleicht ist es der Kopf des jungen Mannes, denn er liegt im Zentrum. Durch seine aufrechte Haltung und seine hell leuchtenden Arme wandert der Blick nach unten zum Lenker, dann zu den hellen Beinen, zum hageren Gesicht des alten Mannes. Seine graue Gesichtshaut und die mageren Beine lassen ihn schwächlich und krank wirkt. Dieser Eindruck wird durch die Art des Farbauf- bzw. Farbabtrags verstärkt.
Haltung und Blick des Älteren weisen wieder zu dem jungen Mann, der das Fahrrad mit seinen eigenwilligen Passagieren durch die Fluten schiebt. Er ist der Kräftigste und über seine Ohrstöpsel mit der heutigen Medienwelt verbunden. Nun rückt der Junge ins Blickfeld, und durch seinen, uns zugewandten Blick, wird er unser direkter Gesprächspartner. Mit scheinbar lachendem Gesicht holt er uns in diese Szenerie hinein. Feine rote Äderchen im Gesicht und die rot schimmernde Schulter eröffnet den Gedanken an Verletztheit. Dennoch wirkt der Junge aggressiv, da das intensive Rot irritiert und der gewonnene Eindruck ist zwiespältig.
Rechts eine Frau im grünen Kleid. Ist sie Europäerin? Ich finde nicht: das Heiner Preißing mir eine genaue Antwort gibt. Stattdessen gibt er mir durch sie; über den Schlauch in ihrer Hand den Hinweis auf Wassergebrauch bzw. –verbrauch?
Eine weiße Gitterstruktur, die Ihren Körper überlappt erinnert an Stadtpläne und hinter ihr ist eine riesige grauweiße Wand sehr eindeutig als Altpapierblöcke gekennzeichnet. Bestätigt wird dies durch eine Papiertüte die unterhalb der weißen Gitterstruktur, im Wasser schwimmt. Eine Tüte mit dem europaweiten Kennzeichen für Verpackungsrecycling, also „Dem grünen Punkt“, sowie der Aufschrift Mehl – ein Hinweis auf eines der wichtigsten Grundnahrungsmittel oder sogar eines der wichtigsten Saatgüter überhaupt, dem Getreide. Versuche Bildelemente eindeutig zu interpretieren und von ihnen ausgehend einfache Schlussfolgerungen zu ziehen; müssen bei dieser Komplexität scheitern.
Gelb leuchtende Männer stehen links von dem großen Abfallblock. Alle in eine Richtung schauend alle mit dem Rücken zu uns und alle in der Kleidung, die man allgemein mit dem Geheimdienst in Verbindung bringt. Hinzu kommt: alle stehen vor einer Grünblauen Fläche die sicherlich nicht von ungefähr an eine Landkarte erinnert
Für wen oder was stehen diese gelben „westlich“ gekleideten Gestalten?
Was ist die Blauschwarze Fläche, vor der die Karte schwebt, ein Vorhang eines Apokalyptischen Theaters??? Und wie verhält es sich mit dem aufgewühlten Wasser unterhalb des Vorhangs, dass das Land auf dem die Männer stehen gefährlich umspült. Sind die blauen Steinquader, die wunderbar unseren Blick zurück zum Altpapier führen, aus rein formalen Gründen dort platziert. Oder kann ich ihnen eine Bedeutung zuweisen?
Betrachtet man Heiner Preißings Bilder blättert sich bei uns ein ganzer Katalog eigener Assoziationen auf. Sicherlich kommt dies auch durch seine Quellen. Neben privaten Fotos sind es vorwiegend Bilder der Tagespresse, Illustrierte. - Bilder aus allen Medien, wodurch er auf ein kollektives Gedächtnis zurückgreift. Zusätzlich finden wir häufig Bildtitel, wie zum Beispiel „Wo ist hier der Grenzverlauf“ die einem der erste Wegweiser sein können.
Heiner Preißings Arbeiten überfluten uns mit Informationen und fordern unser Schauen ob dieser vielen Versatzstücke. Man mag diese Malerei als zu deutlich, als zu krass empfinden, gerade das malerische Können, die Beherrschung der Anatomie, das präzise Einsetzen von Transparenzen, den Aufbau der Blickführung /unteranderem mittels der Farbe / nutz er, um Weltgeschehen visuell neu und in größeren Zusammenhängen zu erzählen. Wir alle haben jeder für sich eine gesellschaftliche Position sowie eine Meinung zum Weltgeschehen. Preißing deckt seine auf, ohne Wertung und verbindet, auf wunderbare Weise unsere eigenen Interpretationen zu einem neuen Ganzen.
Mechtild Böger

Anhang
Wie wichtig manchmal auch Worte sind ist kurz angerissen bei dem Bild „Checkpoint (Geranien)“.
Am unteren Bildrand steht sie nicht nur gemalt sondern auch ausgeschrieben – falls jemand von uns vergessen haben sollte wie sie aussieht – oder glauben könnte ihre Bedeutung sei, ob ihrer Position ganz unten, unwichtig.
Diese Pflanze ziert immer noch gut gepflegte Balkone. 2014 erschien ein wunderschöner Artikel in der Zeit (Es sei erwähnt: Heiner Bild entstand 2001) Diese spezielle Pflanze ist eine der ersten Einwanderer aus Afrika, um 1686 blühten im Botanischen Garten der Stadt Leiden bereits zehn verschiedene Arten. Während sie gerne in ihrer Ursprungspracht eingeführt wurde, werden Flüchtende unter Chemieduschen gestellt und ihrer Haut beraubt.